Das Apple iPad Pro ist mein drittes iPad. Nach einem iPad 2 hatte ich ein iPad Air. Vor 6 Monaten wurde es bei einem Autoeinbruch gestohlen. Ich hatte die Möglichkeit, das gleiche als Ersatz zu kaufen, oder zu warten – die Gerüchteküche war schon am brodeln, dass im Herbst etwas neues kommen würde: am 9.9.2015 wurde auf einem Apple Event nicht nur das neue iPhone 6S, sondern auch das iPad Pro vorgestellt. Das Warten hat sich gelohnt.

Inzwischen gibt es jede Menge Reviews: AppleInsider, ArsTechnica, Anandtech, Wired, Gizmodo, MacWelt. Um verschiedene Eindrücke zu erhalten, empfehle ich die verlinkten Artikel zu studieren. Kurz googeln, und man kann jede Menge mehr dazu lesen. Horace Dediu hat einen fantastischen Kommentar gepostet, und gemeint, das iPad Pro ist ein Desktop Computer.

Mein Eindruck

Das iPad Pro ist vieles; nicht nur ein Desktop Computer. Es bevorzugt, liegen gelassen zu werden und im liegen damit zu arbeiten, aber es ist lange nicht notwendig, das auch tatsächlich zu tun. Horace Dediu bezeichnet in seinem Review das iPad als Desktop Computer. Er sieht die Nutzung überwiegend am Schreibtisch liegend. Das wird auf alle Fälle so sein: es ist die konsequente Fortführung der Analogie des digitalen Notizbuchs.

Was mich zu einer Kritik an den Reviews verleitet: niemand bringt das iPad Pro in Relation zu analogen Notizbüchern. Jeder sagt, es ist groß und schwer. Das stimmt, im Vergleich zu einem iPad Mini oder iPad Air. Aber das ist nicht der bedeutendste Vergleich. Mein A4-Notizbuch ist 25% schwerer als das iPad Pro, ein Collegeblock etwas leichter, genauso wie das große Softcovernotizbuch von Moleskin. Beides habe ich immer dabei. Inklusive Stifte und Federpennal wiegt das gleich viel wie das iPad Pro inklusive Apple Pencil. Mit allem habe ich mich in meiner Bewegungsfreiheit nie eingeschränkt geführt. Das gleiche gilt nun auch für das iPad Pro. Es fühlt sich leichter an, als es den Anschein hat, und schwer genug, um von der Stabilität des Tablets sofort überzeugt zu sein.

Ein anderer Größenvergleich: das iPad Pro ist in jeder Richtung ca. 5mm breiter als das A4-Format. Damit passt es problemlos in alle Taschen, die für das A4-Format ausgelegt sind – alle Schultaschen, Aktenkoffer und ähnliches.

Immerhin verrät der Name des Geräts schon, was es möchte: professionelle KundInnen ansprechen. KundInnen, deren Tätigkeit nicht nur auf den Medienkonsum und das Spielen beschränkt ist, sondern mit dem Gerät arbeiten möchten. Der Stift ist das beste Indiz für den “Pro”-Beinamen: das iPad ist erwachsen geworden; jetzt darf ganz offiziell damit gearbeitet werden, so, als wäre es ein digitales Notizbuch. Wie es sich damit verhält, werde ich demnächst mit dem Apple Pencil austesten. Die Lieferfrist für diesen ist aber etwas später angesetzt als das iPad Pro.

Steve Jobs war bekannt für seine Weigerung, einen Stift anzubieten. Er war auch dafür bekannt, seine Meinung um 180° zu revidieren, wenn es Sinn gemacht hat.

Was noch gesagt werden muss

  • Ich kann es ohne Einschränkung empfehlen.
  • Für Präsentationszwecke ist es perfekt, die Größe ist für mich ideal dafür.
  • Ich kann im Hochformat noch mit den Daumen tippen und alle virtuellen Tasten erreichen – aber dafür braucht man große Hände. Sonst ist es nicht möglich.
  • Es ist teuer. Für mich aber sein Geld wert. (Ich habe auch schon genug in Software investiert…)
  • Die Software ist noch nicht perfekt. Jede angepasste Software lässt ahnen, welche Möglichkeiten noch in Tablets dieser Größe schlummern. (Manche alte Lieblinge schauen alt aus…)
  • Film schauen geht gut.
  • Der Sound ist zum ersten Mal so, dass man keine guten Kopfhörer wünscht. Schlechte Tonqualität in Videos ist sofort hörbar.
  • Nein, es hat in der Handtasche keinen Platz.